NOVENE ZUR UNBEFLECKTEN EMPFÄNGNIS 30. November bis 8. Dezember

Veröffentlicht 30 November 2021 - 08:00

Ein Weggebet mit Maria und Bernadette zur Feier der Unbefleckte Empfängnis Unserer Lieben Frau

1. Schritt : DIE WAHL GOTTES

1. Tag: „Grüßet seist du Maria…“

Du, unser Gott, du verneigst dich vor deinem Geschöpf, du erkennst darin die Errungenschaft deines Werkes: „Gott sah, dass es gut war!“ Du bist der Schöpfer unserer Freiheit. Du weißt, wie man in einer von Sünde und Tod gezeichneten Welt jenen makellosen, vollkommen lichterfüllten und guten, kleinen marianischen Anteil wahrnimmt, der Zeugnis für die neue Welt ablegt, den Bund von Himmel und Erde. Mögen wir es verstehen, dir jeden Tag für die Schönheit, die Errungenschaft deiner Schöpfung im Herzen Marias, unserer Mutter, zu danken! „Grüßet seist du Maria…“

2. Tag: „Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, hat uns in ihm vor der Grundlegung der Welt erwählt, damit wir heilig und unbefleckt leben vor ihm.“ (Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus, 1,4)

Nur durch das Ja Marias zu Gott, konnte Gott kommen, um in ihr zu wohnen. Die Sünde hat keinen Einfluss auf sie. Wir heißen sie heute als Mutter willkommen, damit sie uns anleitet, in ihr Ja einzutreten. Lassen wir uns von Gott betrachten, der in uns nur die Gnade der Taufe sieht, durch die wir heilig und unbefleckt werden. Lassen wir uns durch das Sakrament der Versöhnung erneut in diese Gnade eintauchen, die uns die Wiedergeburt zum himmlischen Leben ermöglicht. Die Gabe Gottes ist ursprünglicher als Sünde. Mögen auch wir in der Lage sein, Maria, wie Bernadette, die von Maria ins Vertrauen gezogen wurde, willkommen zu heißen, um in Maria zu erkennen, dass wir neu erschaffen und Kinder Gottes sind. „Grüßet seist du Maria…“

2. Schritt : „DER GEHORSAM DES HERZENS“

3. Tag: Mir geschehe, wie du gesagt hast!“  (Evangelium nach Lukas 1,38)

Maria vertraut, Maria lässt Gott in jedem Augenblick in ihr tun, was er will. Ihre Freiheit fügt sich gänzlich der Bewegung der Gnade, sie lässt sich lieben, sie lernt zu lieben. Sie erlaubt Gott, in ihr so zu sein, wie es in ihm ist, das heißt, auf immer in der Bewegung der Heiligen Dreifaltigkeit zu sein. Der Vater ist nur Geber des Lebens und der Sohn empfängt dieses Leben in Fülle; auf ewig dankt er dem Vater: diese Gabe, diese Antwort, vollzieht sich in vollkommener Liebe, bis dahin, dass die beiden nur ein Herz, einen Atem und einen Geist haben, sie sind eins in der Liebe. Maria ist dieses kleine Geschöpf, das ganz von der Gabe Gottes erfasst wird: er spricht, und sein Wort wird Fleisch im Fleisch dieser kleinen Frau. Gepriesen bist du, Maria, Jungfrau, die in Liebe zuhört und gehorcht. Gott selbst kann in dir wohnen, wie ein kleines Kind im Schoß seiner Mutter. „Grüßet seist du Maria…“

4. Tag: „Was er euch sagt, das tut!“ (Evangelium nach Johannes 2,5)

Da du das Wort in dir empfängst, kannst du auch die Jünger Jesu, die Diener der Hochzeit, einladen, dem Wort, das er zu ihnen sagen wird, zu vertrauen: „Handelt auch ihr, nach seinem Wort.“ Lasst euch nicht von euren Gefühlen, Überlegungen oder Berechnungen leiten. Es gibt keinen Wein mehr für die Hochzeit. Wir sind im Nebel und wissen nicht mehr, was geschehen wird… . Aber du bist die Mutter des Lebens: du hast Jesus zur Welt gebracht, zum menschlichen Leben geboren, du wirst seine göttliche Sendung zur Welt bringen. Er ist derjenige, der Wasser in Wein verwandeln kann, nicht weil er mit magischer Kraft ausgestattet wäre, sondern er ist ganz dem Vater, dem Schöpfergott, hingegeben, er ist bereit, sein Blut aus Liebe zu vergießen. Dann ist der Vater frei zu handeln und die Herzen mit seiner Freude zu erfüllen.
„Lehre uns, Maria, das Leben des Herrn zu tragen! Lehre uns das Ja deines Herzens! „Grüßet seist du Maria…“

3. Schritt : „DIE FREUDE DES GLAUBENS“

5. Tag: „Selig, die geglaubt hat!“ (Evangelium nach Lukas 1,45)

Maria, du bist es, die die erste Seligpreisung des Evangeliums empfängt. Es ist die betagte Elisabeth, deine Cousine, sie, die „die unfruchtbare Frau“ genannt wurde, und die im sechsten Monat schwanger ist, sie ist es, die dich aufnimmt und dich erkennt: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Sie hielt es nicht für möglich, dass eine alte Frau ein Kind empfangen könnte. Aber „für Gott ist nichts unmöglich“ und das Kind, das sie trägt, hüpfte vor Freude in ihrem Schoß, als es die Gegenwart des heiligen Odems Gottes beim Gruß Mariens verspürte. Es fühlte den Geist des Lebens. Und dann erkennt ihre Mutter in der jungen Mutter Maria diejenige, die Gott trägt, sie erkennt dieses Herz, das es Gott schließlich erlaubt hat, zu handeln und sich hinzuschenken. Und der Sohn Gottes jubelt im Schoß der Frau, die seine Mutter geworden ist, wie er im Schoß des Vaters jubelt. Mit dem Säugling, mit seiner Mutter, singen wir: Magnifikat! „Gegrüßet seist du, Maria…“

6. Tag: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Evangelium nach Johannes 20,29)

Das ist die letzte Seligpreisung des Evangeliums. Sie ist an Thomas, den Jünger gerichtet, der die Realität der Auferstehung Jesu überprüfen wollte, indem er seinen Finger in die Wunden der Nägel steckte, die in Jesu Hände und Füße am Kreuz getrieben wurden, und indem er seine Hand in seine Seite legte, die vom Speer des Soldaten geöffnet wurde. Jesus erscheint ihm am Abend des achten Tages nach Ostern … Und Thomas erkennt seinen Meister, Thomas betet ihn als seinen Gott an! Dieser Jünger ist wie jeder von uns. Wir wollen Beweise, doch die Liebe ist nicht zu beweisen, sie erweist sich… In den Wunden unseres Herzens, dem Versagen unseres armselig sündigen Lebens, empfangen wir einen Hauch von Hoffnung. Die Zukunft ist noch möglich, ein Weg steht offen, wenn du dich von demjenigen besuchen lässt, der an deine Tür klopft. Schenke ihm dein Vertrauen: „Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, so ist meine Seele in mir, wartet auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.“ (Psalm 131) „Gegrüßet seist du, Maria…“

4. Schritt : „MIT MARIA IM HERZEN GOTTES“

7. Tag: „Ich muss bei meinem Vater sein.“ (Evangelium nach Lukas 2,49)

Das kleine Kind versucht nicht, die Handlungen seiner Eltern zu kontrollieren, es vertraut. So wächst es heran, indem es sich bei der Hand nehmen und vom Herzen ergreifen lässt. Maria, ganz offen für das Ja Gottes, vertraut ganz auf den, der zu ihr kommt und wird die erste Jüngerin ihres Sohnes, sie ist ganz folgsam gegenüber dem Wort des Lebens, das ihr zugesprochen wird. Aber diese Folgsamkeit muss immer tiefer in ihr verwurzelt werden, sie wird nicht ein für alle Mal erworben. Als Jesus 12 Jahre alt war und seine Pilgerreise nach Jerusalem verlängert, indem er ohne das Wissen seiner Eltern in der heiligen Stadt bleibt, kann Maria das nicht verstehen. Jesus lehrt sie, dass er „bei seinem Vater“ verweilen muss. Und doch kehrt er mit ihnen nach Nazareth zurück, „und er war ihnen gehorsam“. Er ist ihnen gehorsam, in der Weise wie sie, seine Eltern, dem Willen des Vaters gehorsam sind. Wir sind Vater und Mutter nur in Stellvertretung. Mit dir, Maria, mit den ersten Jüngern lernen wir, im Willen des Vaters zu verweilen. So wie Bernadette in Lourdes dem Versprechen treu bleiben wird, das sie der Dame gegeben hat, wie auch immer die Widerstände seien, an fünfzehn Tagen zur Grotte zu kommen. Sind wir wirkliche Jünger oder laufen wir nicht Gefahr, uns „auf eigene Faust“ einzurichten und zu versuchen, Gott in unseren Dienst zu stellen? „Vater, nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“ (Lk 22,42). „Gegrüßet seist du, Maria…“

8. Tag: „Euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott“ (Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 3, 3)

Ich muss mit dir, Jesus, bei meinem Vater sein. Ich muss nach „den Realitäten von oben“ suchen. Unbefleckte Jungfrau Maria, du bietest uns das Herz der Mutter an, das nie mehr war, als das Ja zur Liebe, bis zum Fuß des Kreuzes. Menschlich gesprochen bezeugst du dort, die formellste Verleugnung der Worte des Engels: Er hatte dir verkündet, dass du die Mutter des Messias-Königs sein würdest! Doch seine Krone ist eine Dornenkrone, sein Thron ist ein Kreuz! Der Evangelist sagt uns einfach: „Die Mutter Jesu war dabei“, auf Golgatha (Joh. 19,25) wie bei der Hochzeit zu Kana (Joh. 2,1). Du bist mit deinem Sohn, „mit Christus“. Hier ist dein Leben verborgen, hier verweilt dein Herz. Für alle Ewigkeit bist du im Plan Gottes, des Vaters, die Mutter, die er braucht, um seinen Sohn der Welt zu schenken. Für alle Ewigkeit sind wir im Plan Gottes der Heilige, jener Heilige, den Er braucht, um auf seinen Ruf zu antworten. Heute wiederholen wir das Ja unserer Taufe, wir leben im Leben der Auferstandenen, in der Gewissheit, dass wir bereits im himmlischen Licht Gottes erfasst sind, wohin uns Maria vorausging. „Gegrüßet seist du, Maria…“

5. Schritt : „ICH BIN DIE UNBEFLECKTE EMPFÄNGNIS“

9. Tag: „Frau, siehe, dein Sohn!“ (Evangelium nach Johannes 19,26)

Maria nannte Bernadette in Lourdes am Morgen des 25. März ihren Namen. Sie bestätigt nicht nur die Deklaration Papst Pius IX., der verkündete, dass die Unbefleckte Empfängnis Mariens ein Dogma sei, eine Wahrheit, die zum Wesentlichen des christlichen Glaubens gehört. Es ist nicht Sache der Dame, sich zu hervorzuheben, sondern auf diesen kleinen Embryo in ihr hinzuweisen, der neun Monate später geboren wird. Am 25. März feiern wir die Empfängnis Jesu im Schoß der Jungfrau Maria, und wir müssen in der Grotte einen geistlichen Ultraschall durchführen, um diesen Kleinen wahrzunehmen, der noch nicht zu sehen ist, den Sohn Gottes! Wenn Maria makellos, für die Liebe transparent ist, dann, um durchlässig für dieses Geschenk zu sein, das sich nicht aufdrängen will. Es gibt in ihr kein Zögern, keinen Zweifel, keinen verborgenen Winkel: Gott hat sie bereitet, er hat sie vor der Sünde bewahrt und sie ließ es an sich geschehen; Gott hat freien Zugang zu ihr! Diese Frau ist völlig eins mit ihrem Anspruch, mit ihrer Mission identisch: Sie ist die Mutter, sie ist die Empfängnis des Sohnes Gottes. Und sie ist ebenso die Mutter der Gläubigen, derer, die sich von der angebotenen Liebe ergreifen lassen. Sie ist meine Mutter, der Jesus mich vom Gipfel des Kreuzes anvertraut: die Mutter Gottes ist unsere Mutter! Erneuern wir ihr an diesem Festtag unser ganzes Vertrauen, wenden wir uns zu ihr zurück, wie Kleinkinder zum Elternhaus. In den Armen der Mutter erkennen wir unseren Bruder Jesus, den Sohn Gottes. „Gegrüßet seist du, Maria…“