Heiliger Josef, Schutzpatron der Väter

Veröffentlicht 18 März 2022 - 15:54

Im Mittelalter verehrten die katholischen Länder am 19. März, am Tag des heiligen Josef, die Väter. Gemeint ist der Vater Jesu und gilt als Schutzpatron der Väter.

Der sanfte heilige Josef, der fürsorgliche Vater, der erziehende Vater, bleibt ein Vorbild für alle Väter der Welt, sowohl auf der Ebene Jesu als auch der Heiligen Familie. Der Vatertag ist keine besonders neue Feier. Einige europäische Länder – wie Spanien, Italien, Portugal – haben sich die Gewohnheit bewahrt, an diesem Tag die Väter zu feiern. Andere – wie Frankreich, Kanada, das Vereinigte Königreich – haben die Tradition aus den Vereinigten Staaten übernommen, die den dritten Sonntag im Juni den Vätern widmen, in deutschen Ländern vermehr am Fest Christi Himmelfahrt.

Bernadette und der heilige Josef

Im Jahr 1866, in dem Kloster, in dem Bernadette Soubirous gerade ihr Noviziat bei den Schwestern der Nächstenliebe von Nevers begonnen hatte, wurde eines Tages die junge Novizin kniend vor einer Statue des heiligen Josef beim Rosenkranzgebet ertappt!
– Du bist abgelenkt, fragte eine der Schwestern!
– Die Heilige Jungfrau Maria und der heilige Josef sind sich vollkommen einig, und im Himmel gibt es keine Eifersucht! antwortet Bernadette.
Bernadettes Vater, François Soubirous, verstarb am 4. März 1871 und wir wissen, welche Bedeutung er für seine Tochter hatte; „derjenige, den ich am liebsten auf der Welt hatte.“ Von diesem Augenblick an nimmt Bernadette wahr, dass der heilige Josef in gewisser Weise zu ihrem geistlichen Vater geworden ist. Sie bekundet dies, als sie auf der Krankenstation ist, im August 1872 und sagt zu denen, die zugegen sind:
– Seid gewiss, ich werde meinen Vater besuchen…
– Dein Vater?
„Ihr wisst also nicht, dass jetzt Joseph mein Vater ist?“
Von da an wird Bernadette sagen: „Joseph ist mein Vater und der Schutzpatron des guten Todes.“ Sie findet in Joseph ihren irdischen Vater, der nicht mehr bei ihr ist. Und sie sagt, dass dieser Vater ihr in ihrem eigenen Leben irgendwann erschien, „jetzt und bis zur Stunde des Todes“.

„Auch heute noch haben wir bleibende Gründe, um jeden Menschen dem hl. Josef zu empfehlen“, schrieb Papst Johannes Paul II. 1989 im Apostolischen Schreiben Redemptoris custos über diesen großen Heiligen. Das Hochfest des Bräutigams der Jungfrau Maria und des Nährvaters Jesu am 19. März ist eine gute Gelegenheit, unseren Blick auf Josef den Gerechten zu richten.

Gebet zum heiligen Josef


Sei gegrüßt, Josef
du bist voll göttlicher Gnade.
Der Erlöser ruhte in deinen Armen und wuchs unter deinen Augen auf.
Gepriesen seist Du unter den Männern und Jesus,
das göttliche Kind deiner jungfräulichen Braut sei gepriesen.
Heiliger Josef, dem Sohn Gottes als Vater übergeben,
Bitte für uns in unseren Sorgen um Familie, Gesundheit und Arbeit, solange wir leben,
und komm uns zu Hilfe in der Stunde unseres Todes.

Amen

Das einzige Wort, das Josef mit Sicherheit ausgesprochen hat, ist: „Jesus“. Denn es lag an ihm, das Kind zu benennen. Ein einziges Wort, eine einzigartige Vaterschaft. Der sanfte heilige Josef, der fürsorgliche Vater, der erziehende Vater, bleibt ein Vorbild für alle Väter der Welt, sowohl auf der Ebene Jesu als auch der Heiligen Familie.